Sechs Monate pure Freiheit: Allein durch Südamerika mit zwei Kameras und einem Engel an meiner Seite

Nach der Entscheidung auf Sansibar hielt ich mein Versprechen an mich selbst – und was folgte, war das grösste, intensivste und ganz besondere Abenteuer meines Lebens. Ich packte meinen Rucksack für eine sechsmonatige Solo-Reise durch ganz Südamerika. Völlig unabhängig. Keine Kompromisse mehr.

Man sagt, ein Abenteuer beginnt im Kopf, und bei mir stimmte das haargenau: Ich habe exakt sechs Monate lang für diese sechs Monate Reise geplant. Ich habe alles selbst organisiert, unzählige Bücher verschlungen und Informationen tief in mich aufgesaugt. Genau das ist mein wichtigster Rat an dich: Sammelt vor jeder Reise Informationen! Richtig vorbereitet zu sein, erleichtert unterwegs so vieles. Ich holte mir wertvolle Tipps von anderen Bloggern, packte die richtige Ausrüstung und zog los.

Und ich war nie ganz allein. Meine treuesten Begleiter waren meine beiden Kameras und ein ganz besonderes Amulett an meinem Hals. In ihm trug ich ein Stück der Asche meines verstorbenen Hundes Noah ganz nah am Herzen. Er war mein Schutzengel auf jedem Schritt meines Weges, der mich von der eisigen Antarktis durch die Anden von Chile und Bolivien, quer durch Peru und den tiefen Amazonas führen sollte.

Ständig wurde ich im Vorfeld gewarnt. Vor den Gefahren in Buenos Aires, vor der Kriminalität. „Geh nicht nach Ecuador!“, hiess es. Ist es dort wirklich so gefährlich? Meine Erfahrung zeigt: Wenn man gut informiert ist und mit gesunder Vorsicht reist, öffnet sich die Welt ganz anders. Ich habe die Einheimischen unterwegs niemals als bedrohlich empfunden – ganz im Gegenteil! Als alleinreisende Frau hat man im Grunde einen riesigen Vorteil: Die Menschen, besonders die Männer, wollen dir überall einfach nur helfen. Ohne jede Aufdringlichkeit haben sie mir mein schweres Gepäck getragen, mir in Restaurants Gesellschaft geleistet und mir in jedem Moment das Gefühl gegeben, willkommen und absolut sicher zu sein. Ich habe mich überall pudelwohl gefühlt.

Statt Gefahr fand ich tiefe menschliche Begegnungen mit anderen Rucksackreisenden. Besonders inspiriert haben mich Treffen mit Menschen, die weit über 70 Jahre alt waren und immer noch völlig allein durch die Welt reisten. Sie zeigten mir: Das Alter ist keine Grenze für die Freiheit.

Natürlich gab es auch die dunklen Momente, die mich an meine Grenzen brachten. Im dichten Amazonas-Dschungel stürzte ich ins Wasser und wurde von einer reissenden Strömung mitgerissen. Ich wäre beinahe ertrunken – ein Unfall, der mich fast das Leben gekostet hätte. Doch ich habe mich nicht entmutigen lassen, sondern habe weitergemacht.

Nach vier Monaten allein auf den Beinen traf ich in Ecuador schliesslich meine Tochter, die zuvor ganz allein in Kolumbien unterwegs war. Wie sagt man so schön? Wie die Mutter, so die Tochter! Gemeinsam reisten wir quer durch das Land, kämpften tapfer gegen die tückische Höhenkrankheit der Anden und erfüllten uns zum krönenden Abschluss den absoluten Traum von jedem Natur- und Tierfotografen: die Galapagos-Inseln. Wenn ich heute an diese unberührte Tierwelt zurückdenke, schiessen mir vor purem Glück immer noch die Tränen in die Augen.

Zum Ausklang dieses Mammut-Abenteuers flog ich weiter nach Curaçao. Dort traf ich zwei liebe Freundinnen, die mich auf dem letzten Stück der Reise begleiteten und mit mir gemeinsam den Weg zurück nach Hause antraten. Ich habe diese sechs Monate voller Mutproben fehlerfrei überstanden, bin an ihnen gewachsen und kehrte mit einer unbändigen Lebenslust zurück.

🗺️ Mein persönliches Südamerika-Fazit & Abschied

  • Die Angst vor dem Alltag: Meine Reise endete unter der karibischen Sonne auf Curaçao. Je näher der letzte Tag rückte, desto grösser wurden meine Ängste: Wie komme ich nach sechs Monaten Freiheit wieder mit dem normalen Alltag zurecht? Doch die riesige Freude auf meinen Sohn, der am Flughafen Basel auf mich wartete, hat mich getragen.

  • Die Route von Eis bis Karibik: Ich bin ganz allein durch Südamerika gereist, nur mit einem Rucksack – der durch die vielen Souvenirs immer schwerer wurde – und meiner Kameraausrüstung. Von der eisigen Antarktis bis zur Karibik habe ich fünf Länder bereist und unvergessliche Momente gesammelt.

  • Meine Highlights auf einen Blick: Wenn mich jemand fragt, welcher Ort am schönsten war, kann ich es kaum benennen – jeder war einzigartig:

    🦭 Galapagos: Für Tier- und Naturliebhaber zweifellos ein unvergleichliches Highlight, das mir bis heute Freudentränen in die Augen treibt.

    🏔️ Patagonien: Ein wahres Wanderparadies mit einigen der spektakulärsten Landschaften unserer Welt.

    🦙 Peru & Bolivien: Peru begeistert mit seiner reichen Inka-Kultur, während Bolivien mit dem Salar de Uyuni ein unvergessliches Naturwunder bietet.

    🌌 Atacama-Wüste (Chile): Bekannt für den atemberaubendsten Sternenhimmel, den man nirgendwo sonst in dieser Qualität sehen kann.

    Argentinien: Buenos Aires mit seiner leidenschaftlichen Tangokultur, fussballbegeisterten Menschen und weltklasse Weinregionen.

    🐊 Der Amazonas: Eine gewaltige, wilde Natur, die man im Leben einfach einmal selbst gespürt haben muss.

  • Einzigartige Begegnungen: Ich habe die Einheimischen unterwegs niemals als bedrohlich empfunden – ganz im Gegenteil! Als alleinreisende Frau erfährst du unglaublich viel Respekt, Schutz und Hilfsbereitschaft. Sie tragen dein Gepäck, leisten dir Gesellschaft und geben dir überall das Gefühl, absolut willkommen zu sein.

  • Inspiration ohne Alter: Das Treffen mit anderen Rucksackreisenden, die weit über 70 Jahre alt waren und immer noch solo die Welt entdecken, hat mir bewiesen: Das Alter ist niemals eine Grenze für die Freiheit.

    Mit schwerem Herzen, aber zutiefst erfüllt, sage von ganzem Herzen Danke. Vielleicht konnte ich bei dir das Interesse wecken, dich intensiver mit diesem faszinierenden Kontinent auseinanderzusetzen, der viel zu oft im Schatten negativer Vorurteile steht. Tragt diese Offenheit in euch, Neues zu erfahren und die Welt mit eigenen Augen zu sehen.

    Sudamérica, tierra de magia y misterio eterno. Muchas Gracias!

Trägst du auf deinen Reisen auch ein Erinnerungsstück, das dich beschützt? Hast du selbst schon erlebt, wie hilfsbereit die Menschen in der Ferne sind? Erzähl mir deine Geschichte unglaublich gerne unten in den Kommentaren! Wenn du Fragen zu meiner Route oder der Vorbereitung für Südamerika hast, schreib mir einfach über mein Kontaktformular.

 

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