Pura Vida als Rettung: Wie Costa Rica meine Lebenslust zurückbrachte.
Costa Rica war ein weiterer, grosser Lebenstraum von mir. Doch der Weg dorthin war schwer. Nach meiner unvergesslichen Zeit in Australien kam die Corona-Pandemie mit all ihren weltweiten Reiseverboten. In dieser ohnehin intensiven Zeit verstarb meine geliebte Mama und ich hatte mit schweren beruflichen Problemen zu kämpfen. Alles, was ich in Australien so mühsam in mir aufgebaut hatte – der Mut, das Selbstvertrauen, die neue Lebensfreude –, drohte plötzlich wieder in sich zusammenzubrechen.
Doch ich kannte bereits meine ganz persönliche Medizin und Therapy dagegen: das Reisen. Ich wusste im Innersten, dass ich wieder raus in die Welt musste, um zu heilen.
Kaum wurden die Grenzen im Jahr 2022 für gewisse Länder langsam wieder geöffnet, schaute ich sofort nach meinen Möglichkeiten. Da ich nicht geimpft war, war die Auswahl stark begrenzt. Eigentlich gab es damals nur drei Länder, die ihre Türen auch für ungeimpfte Reisende öffneten: Mexiko, die Dominikanische Republik und Costa Rica. Mexiko hatte ich Jahre zuvor bereits mit meiner Familie bereist, und die Dominikanische Republik war in meinen Augen vor allem Strand – wunderschön, aber für mich in dieser Situation vielleicht etwas zu einseitig. Ich sehnte mich nach Exotik, nach echter Wildnis, nach unberührter Natur und der Tierwelt. Also entschied ich mich für Costa Rica.
Ich nahm all meinen Mut zusammen, mietete mir ein Auto und entschied, ganz alleine durch dieses wilde Land zu fahren. Drei Wochen lang war ich ganz auf mich gestellt unterwegs – von der Ostküste bis hinüber zur Westküste. Es war eine echte Herausforderung: Unterwegs bekam ich sogar heftige Magen-Darm-Probleme, aber ich dachte nicht ans Aufgeben. Ich zog es durch. Am Ende war es eine weitere, grosse Mutprobe, die ich erfolgreich bestanden habe. Und meine tiefen Gefühle für Costa Rica konnten diese Strapazen niemals ändern.
Ich wurde auf dieser Reise in jeder Sekunde belohnt. Es war eine absolute Traumreise. Wenn ich ehrlich bin, könnte ich mir bis heute vorstellen, für eine längere Zeit dorthin zurückzukehren. Ich habe mich unsterblich in dieses Land verliebt. Es stimmte einfach alles – auch die herzlichen Begegnungen mit den Menschen vor Ort, trotz meiner damals noch recht miserablen Spanischkenntnisse.
Die Kraft der Natur dort ist einfach gewaltig. Ich weiß noch genau, wie ich mit einem kleinen Boot an der Ostküste durch den dichten Dschungel des Tortuguero-Nationalparks gefahren bin. In diesem Moment musste ich kurz innehalten. Ich atmete diese Kulisse tief ein und liess ein paar echte Glückstränen fliessen, weil ich spürte: Ich bin wieder glücklich. Genau das ist es, was ich brauche – eins zu sein mit der Natur. Um mich herum hörte ich nur das dichte Brüllen der Brüllaffen und die Stimmen der exotischen Vögel. Auch wenn sie zum Teil ordentlich laut geschrien haben, war es für mich das reinste Paradies. Ich wollte am liebsten für immer dort bleiben.
Bis heute sehne ich mich nach Costa Rica zurück und eines Tages werde ich definitiv wieder dorthin reisen. Vor allem aus einem Grund: Damals besass ich noch gar keine eigene Kamera, um all diese magischen Wunder visuell fehlerfrei festzuhalten. Die Bilder leben bisher nur in meinen Erinnerungen – aber sie waren der Funke, der meine heutige Leidenschaft für die Wildlife-Fotografie endgültig entfacht hat.
Falls du selbst eine Reise in diese faszinierenden Länder planst und Fragen oder Lust auf ein paar persönliche Reisetipps hast, melde dich unglaublich gerne über mein Kontaktformular bei mir!
🇨🇷 Mein persönliches Costa Rica-Fazit
Die „Schweiz Zentralamerikas“: Dieser Spitzname kommt nicht von ungefähr. Costa Rica bietet einen im regionalen Vergleich extrem hohen, europäischen Standard, exzellenten Service und ist politisch absolut stabil – nicht zuletzt, weil das Land bereits 1948 seine komplette Armee abgeschafft hat, um voll und ganz auf Frieden und Bildung zu setzen.
Vorreiter im Naturschutz: Gut 60 % des Landes sind mit dichtem, artenreichem Wald bedeckt, und über ein Viertel des Territoriums steht als Nationalpark unter strengstem Schutz. Der Naturschutz hat hier oberste Priorität: An den Parkeingängen wird das Gepäck streng auf Plastik kontrolliert – Einwegplastik darf gar nicht erst mit hineingenommen werden!
Das perfekte Land für Mietwagen-Neulinge: Costa Rica war meine allererste Reise, bei der ich ein Land komplett eigenhändig mit dem Auto bereist habe. Obwohl ich kein Spanisch sprach, hat von der Abholung bis zur Fahrt von Küste zu Küste alles absolut reibungslos und stressfrei geklappt. Die Autovermietungen bieten einen erstklassigen Service.
Sprache & Verständigung: Auch ohne Spanischkenntnisse gelingt die Unterhaltung irgendwie immer. In den Hotels und touristischen Zentren wird sehr gut Englisch gesprochen – abseits davon bricht man jede Barriere einfach mit einem herzlichen Lächeln.
Geld & Bezahlen: Die Bargeldabhebung an den zahlreichen Automaten ist kinderleicht. Noch unkomplizierter ist jedoch die Kartenzahlung – du kannst selbst kleinste Beträge fast überall problemlos mit Kreditkarte bezahlen.
Costa Rica ist ein unglaublich sicheres, grünes und seelenvolles Land, das mein Herz im Sturm erobert hat. Ich kann eine Reise dorthin – ganz besonders auch für alleinreisende Frauen – von ganzem Herzen empfehlen! [1]
Drei Wochen ganz auf mich allein gestellt – der Aufbruch in das grüne Herz des „Pura Vida“.