Galapagos: Wo Mensch und Wildnis sich auf Augenhöhe begegnen

Die Galapagosinseln gelten oft als unerreichbarer Luxustraum. Zusammen mit meiner Tochter habe ich bewiesen, dass es einen anderen Weg gibt: Ganz nah an den Einheimischen, in lokalen Unterkünften und mit tiefem Respekt vor den strengen Schutzauflagen. Nirgends auf dieser Welt kommt man der Tierwelt so nah – und nirgends trägt man als Fotografin eine grössere Verantwortung, diese unberührte Magie mit Demut und ohne Spuren zu hinterlassen zu dokumentieren.

Wenn man in ein klassisches Reisebüro geht und nach den Galapagosinseln fragt, wird einem oft erzählt, dass ein Besuch nur im Rahmen einer organisierten Rundreise oder mit einem teuren Kreuzfahrtschiff möglich sei. Für eine einzige Woche werden da schnell mehrere tausend Dollar verlangt.

Und ja, es stimmt: Galapagos gehört definitiv zu den teuersten Reisedestinationen in Südamerika – und das völlig zu Recht! Alleine der Eintritt in den Nationalpark kostet mittlerweile 220 Dollar pro Kopf (200 Dollar Eintrittsgebühr plus 20 Dollar für die Transit Control Card). Die Inseln gehören zu den am strengsten geschützten Ökoreservaten unseres Planeten. Diese Kontrollen und Preise sind absolut gerechtfertigt, denn diese Inselgruppe gehört den Tieren.

Die Einheimischen, die dort leben, schützen ihre Heimat und deren Werte streng. Leider gibt es immer wieder Touristen, die meinen, sie hätten Vorrang, und sich das Recht herausnehmen, die Tiere zu stören oder zu belästigen. Das ist unglaublich traurig zu sehen.

Meine Tochter und ich haben bewiesen, dass es auch anders geht: Wir verbrachten 15 unvergessliche Tage auf eigene Faust und bereisten drei verschiedene Inseln: Santa Cruz, die Hauptinsel, das charmante Isabela und San Cristóbal. Jede dieser Inseln war auf ihre eigene Art einzigartig. Santa Cruz und San Cristóbal werden am meisten besucht, da beide einen Flughafen besitzen. Isabela hingegen war eine wunderschöne, kleinere Insel mit einem ganz besonderen Charme. Zwischen den Inseln haben wir ganz unkompliziert die lokalen öffentlichen Fähren genutzt – etwas, das die Touristen auf den großen Kreuzfahrtschiffen natürlich nie erleben.

Ich möchte hier gar nicht im Detail öffentlich aufschreiben, wie wir es geschafft haben, diese 15 Nächte zu zweit viel günstiger als erwartet zu verbringen. Mir ist der Schutz der Inseln zu wichtig, um daraus ein Ziel für Massentourismus zu machen. Aber wenn du eine alleinreisende Frau oder Mama bist und ernsthaftes Interesse daran hast, dieses Paradies respektvoll und bezahlbar auf eigene Faust zu entdecken, darfst du mich selbstverständlich jederzeit kontaktieren.

Als unser letzter Tag kam, wurden meine Tochter und ich von unseren Gefühlen komplett überrumpelt. Auf so etwas Schönes kann man sich einfach nicht vorbereiten. Ich wusste dank meiner sechsmonatigen Recherche, dass es unglaublich werden würde – aber unsere Erwartungen wurden mehrfach übertroffen.

Wenn ich jemals wieder die Gelegenheit bekommen sollte, dorthin zu fliegen, würde ich ohne Wenn und Aber sofort Ja sagen. Ich sage danke für diese unvergesslichen Begegnungen mit der Tierwelt, aber vor allem auch mit den Einheimischen. Viele Menschen reden immer nur von den Tieren, aber die Menschen, die diese Inseln bewohnen und schützen, vergisst man oft. Sie sind die wahren Hüter eines der größten Naturschätze unserer Erde.

Danke.

🇪🇨 Mein persönliches Galapagos-Fazit

  • Einreise & Planung: Die Inseln sind ein streng geschütztes Paradies. Plane deine Reise unbedingt mindestens 6 Monate im Voraus, um Flüge und bezahlbare Unterkünfte zu sichern. Die Einreisegebühren belaufen sich aktuell auf insgesamt 220 Dollar pro Person (200 Dollar Nationalpark-Eintritt + 20 Dollar Transitkarte).

  • Sicherheit bei der Anreise: Die Flüge nach Galapagos starten auf dem ecuadorianischen Festland in Quito oder Guayaquil. Da beide Städte – besonders Guayaquil – aktuell als ziemlich gefährlich eingestuft werden, ist hier ein gesunder Menschenverstand gefragt. Meide riskante Viertel, verbringe dort am besten nur je eine Nacht für den Zwischenstopp und höre strikt auf die Empfehlungen der Einheimischen vor Ort.

  • Sicherheit auf den Inseln: Im kompletten Gegensatz zum Festland sind die Galapagosinseln extrem sicher. Hier kannst du dich als Frau auch abends und nachts völlig unbesorgt und alleine fortbewegen.

  • Wichtiges zum Thema Geld: Vertraue nicht blind auf Kreditkarten! Zwar akzeptieren einige Restaurants Kartenzahlung, aber Taxis, Wassertaxis, lokale Ausflüge und Unterkünfte müssen fast immer bar bezahlt werden. Automaten funktionieren nicht immer – nimm also unbedingt genug Bargeld mit, um vor Ort nicht aufgeschmissen zu sein.

  • Strenge Kontrollen & Biosicherheit: Der Schutz der Inseln hat oberste Priorität. Dein Gepäck, deine Kleidung und deine Schuhe werden bei der Einreise und beim Wechsel zwischen den Inseln extrem streng durchleuchtet. Die Mitnahme von frischen Lebensmitteln sowie die Ausfuhr von Sand, Steinen, Muscheln oder Knochen sind strikt verboten.

  • Respekt vor der Tierwelt: Halte dich ausnahmslos an die Regeln: Halte immer mindestens 2 Meter Abstand zu allen Tieren und versuche niemals, sie zu berühren. Und ganz wichtig: Die Schattenplätze an den Stränden gehören den Seelöwen – respektiere und akzeptiere ihren Lebensraum!

Begegnung mit einem lebenden Wunder der Evolution. Die Galapagos-Riesenschildkröten strahlen eine tiefe, uralte Weisheit aus.

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